Eine besondere Reise nach Serbien im Spätsommer 2021

Der Urlaub im Jahr 2021 sollte viel mehr werden als ein Erholungsurlaub. Die Ereignisse und Erlebnisse des gesamten Jahres veränderten mein Leben grundlegend und einschneidend, da ich auf den Spuren meiner Ahnen wandelte.

Ich hatte das erste Mal nach 45 Jahren die Möglichkeit, etwas über meine väterlichen Wurzeln zu erfahren. Auf wunderbare Weise wurde ich quasi über Nacht zur Schwester eines warmherzigen Bruders.

So rückte das oft verworfene Reiseziel Serbien in den Fokus. Die Hürde, dass Serbien nicht Mitglied der EU ist, war auf einmal viel geringer. Mitte des Jahres begannen wir mit den Recherchen.

Vorbereitungen

Was benötigen wir für die Einreise in Serbien für uns und unsere Hunde?

Die Titerbestimmung für die Einreise in die EU muss beim Tierarzt organisiert werden. Benötigen wir ein Gesundheitszeugnis vom Amtstierarzt? Unterschiedliche Quellen erbrachten unterschiedliche Infos. Also der beste und sicherste Weg – die Botschaft fragen.

Anfang August stand alles auf GO. Wir machten die letzten Handgriffe am Wohnmobil und bestellten für die Länder, die wir durchquerten, die online-Vignette.

Voller Aufregung und freudiger Erwartung starten wir in Land meines Vaters.

Wir kamen super voran, so dass wir bereits nach einem Tag in der Nähe von Bratislava übernachteten. An einem Kanal nahe der Autobahn fanden wir ein ruhiges Plätzchen für die Nacht.

Start der Reise auf den Spuren meiner Ahnen

Am nächsten Morgen geht’s ausgeruht bei bestem Wetter weiter Richtung Belgrad. Es fühlt sich schon wie Urlaub an, steht im Reisetagebuch.

Ich war aufgeregt als wir am Nachmittag die Grenze von Ungarn nach Serbien erreichten. Die serbische Zöllnerin hatten wir mit unseren Nachfragen wohl zu sehr genervt. Sie hat uns parken lassen und schickte uns 3 stattliche Kollegen mit der Hand am Holster. Die Kollegen stellten einige freundliche Fragen und ließen uns zügig weiterfahren.

Kurz nach der Grenze ein weiterer Schreck – kyrillische Schriftzeichen auf den Verkehrsschildern – noch neben lateinischen Zeichen.

Ohne Internet auf der Suche nach dem ersten Schlafplatz war das nicht ganz so einfach. Wir waren nicht die ersten, die den falschen Weg genommen hatten. Der freundliche Herr auf der Baustelle zeigte uns die Richtung, wo wir den Stellplatz Camp Dunav finden. Außerhalb von Belgrad verbrachten wir unsere erste Nacht an der Donau.

Belgrad

Dobro Došli – Herzlich Willkommen– so empfang uns am nächsten Morgen Belgrad. Ich überließ Andrea das Lenkrad für die nächsten Tage in Serbien. So hatte ich die Chance, alle Eindrücke aufzunehmen. Das Verhalten im Straßenverkehr war etwas gewöhnungsbedürftig. Rote Ampeln wurden ignoriert, der Fußweg wurde zur zweiten Spur ernannt und Parkplätze für einen Camper in der City von Belgrad – Fehlanzeige.

Bajina Basta

Weiter gings Richtung Süd-Westen auf der Suche nach besserem Wetter durch beeindruckende Landschaft (im Nebel) Bajina Basta. Entlang des Flusses Drina fanden wir das „River House“, welches wir aus einem Bericht im TV kannten.

Tara-Gebirge auf den Spuren meiner Ahnen

Das Tara-Gebirge versteckte sich im Nebel. Beim Besuch eines der zahlreichen Ethno-Dörfer wurden wir freundlich empfangen. Eine Frau kam auf uns zu, um uns über ihre Geschichte zu berichten und war auch an unserer Reise interessiert. So bekamen wir weitere hilfreiche Tipps und landeten im Trailer Park. Hier konnten wir eine alte Holzhaus-Siedlung bestaunen.

Am Abend hielten wir direkt neben dem Museum der Schmalspurbahn Sarganska osmica. Diese Schmalspurbahn verkehrt immer noch zwischen Bosnien und Serbien und bringt die Menschen nach Sarajevo.

Zlatibor

Zlatibor – DAS touristische Zentrum in Serbien. Wollsachen, besondere Töpfe und Naturprodukte machen die Gegend um Zlatibor bekannt.

Immer wieder begegnen uns freundliche Menschen, die uns trotz Sprachbarriere helfen und mit uns ins Gespräch kommen.

Gegend um Zlatibor

Durchs Land bis zum Wasserfall und zu leckerem Essen. Nach dem wir uns auf die kleine Wanderung zum Wasserfall gemacht haben, entschieden wir die serbische Küche im nahegelegenen Lokal zu testen.

„Lamb under the sach“ – Lamm unterm Deckel

Wir wurden sehr freundliche empfangen und gefragt wo wir her kommen. Leider gab es keine Speisekarte in deutscher Sprache. So ließen wir uns etwas regionales empfehlen und waren sehr zufrieden mit der Auswahl unserer Bedienung. Völlige Ruhe in der Natur. Grasende Schafe begrüßen uns direkt am Wohnmobil.

Uvac Canyon auf den Spuren meiner Ahnen

Weiter ging es entlang eines traumhaften Canyon. Entschleunigung pur. Mit maximal 40 km/h reisten wir durch wunderschöne Natur, die uns immer wieder entlud zum Staunen und Anhalten.

Anfahrt Camp Uvač

Im Süden entdeckten wir die ersten Pferdewaagen und eine Moschee. Die wenigen Campingplätze in Serbien waren nun nicht mehr zu finden. Richtung Niš fanden wir immer mehr Armut und historische Dörfer.

Davolja varoš – Devil´s Town

Davolja varoš – Devil´s Town war als unser nächstes Ziel. An der bosnischen Grenze fanden wir atemberaubende Landschaft. Auf dem Weg dorthin fanden wir eine kleine Pekera und probierten Börek. mh… lecker.

Wir hofften ohne Gegenverkehr die enge Bergstraße bis zum Ziel fahren zu können. Rechts Abgrund – links Felsen und kaum Haltebuchten. Dunkler Wald ohne Geräusche – außer die Tiere – absolute Stille und Dunkelheit, kein Elektro- oder Lichtsmog.

Der südlichste Punkt unserer Reise war erreicht! Am nächsten Morgen fuhren wir sehr zeitig los, um den Holztransportern aus dem Weg zu gehen.

Zentralserbien

Auf dem Weg nach Zentralserbien beeindruckte uns der Tagebau in der Nähe von Bor. Von Weitem war die Kupfermine, die heute in chinesischer Hand ist, zu sehen. Am See in Bor fuhren wir seit unseren Abschied in Belgrad wieder einen Platz an.

Entlang der Donau sollten unsere letzten Etappen in Serbien führen. Wir suchten noch einmal einen Camp auf. Wie selbstverständlich für Serbien wurden wir freundlich vom Betreiber und seiner Frau empfangen. Es wurde für uns Kaffee bereitet und die wenigen deutschen Wörter gesprochen, die der alte Herr von seinem Opa gelernt hat.

Eine Begegnung der besonderen Art, die wir nie vergessen werden, erlebten wir am Abend im Restaurant. Wir folgten der Empfehlung vom Stellplatzbetreiber und besuchten das Lokal in der Nähe. Wir saßen etwas abseits und bestellten eine Platte für zwei mit typischen serbischen Gerichten. Als eine ältere Dame uns ansprach und wir nicht reagierten, fragte sie den Kellner… Wir verstanden nur „njemački“ – deutsch. Da wechselte die ältere Dame auf Deutsch und sagte, guten Appetit. Wir bedankten uns und fragten woher sie so gut deutsch kann. Ein kurzes sehr freundliches Gespräch verriet… Sie sind 1972 nach Österreich ausgewandert und nun waren sie auf Urlaub in Griechenland und verbringen nun etwas Zeit in der Heimat. Sie boten ihre Unterstützung und verabschieden sich sehr freundlich.

Heimreise

Mit vielen schönen Erinnerungen an Serbien und dem Entschluss „Auf Wiedersehen“ traten wir die Heimreise an. Die letzte Etappe führte uns entlang der Donau. Als Andrea plötzlich bremste und noch die Haltebucht erreicht, konnten wir es kaum glauben. Ein traumhafter Blick auf den letzten Kilometern unserer Reise. WOW! Das eiserne Tor lud uns bei herrlichen Wetter zum Verweilen ein.

Einige Kilometer weiter stoppten wir, um beim „Honigmann“ einzukaufen. Ein älterer Herr hatte vor seinem Haus Werbung für seine Köstlichkeiten gemacht. Kaum stoppten wir, stand er schon neben uns und bot uns seinen Obstler zum Kosten an. Wir lehnten dankend ab. Er erklärte uns mit Händen und Füßen, in Serbien sind 0,3 Promille erlaubt. Für die Honigverkostung holte er noch Erdbeeren aus seinem Garten direkt an der Donau. Wir mussten unbedingt Platz nehmen und kosten. Wir verabschiedeten uns und fragten, ob wir auch mal eine Nacht hier mit unserem Wohnmobil stehen dürften. Ohne die Sprache zu sprechen, war es kein Problem. Mit der Telefonnummer von Boško im Gepäck fuhren wir weiter.

Auf den Spuren meiner Ahnen
Reiseroute Serbien 2021

Wir besuchten auf unserer Reise auf den Spuren meiner Ahnen folgende Campingplätze

  • Camp Dunav
  • Camp Uvač
  • Camp Plump
  • Campsite Mirocka Voda

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